Das DITSL ist an dem von der EU geförderten Kasachstan-Russland-Deutschland-Partnerschaftsprojekt SAGRIS "Enhancement of Postgraduate Studies on Sustainable Agriculture and Future Farming Systems" beteiligt und hat die Federführung bei der Entwicklung eines PhD-Moduls 4 zum Thema "Transdisziplinäre Forschungsmethoden für nachhaltige Landwirtschaft" sowie einen Beitrag zur Entwicklung des Moduls 3 "Fortgeschrittene Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens". Darüber hinaus leitet das DITSL ein Arbeitspaket zur stärkeren Vernetzung der Doktorandenforschung und -ausbildung. Das Promotionsmodul 4 "Transdisziplinäre Forschungsmethoden für eine nachhaltige Landwirtschaft" besteht aus drei Unterthemen:

  • Einführung in die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und in Ernährungssystemen
  • Systemansätze in der Landwirtschaft: konzeptionelle und theoretische Grundlagen des sozio-ökologischen und menschlichen Handlungssystems
  • Methoden in der transdisziplinären Forschung

TIhre Entwicklung wird von Mitarbeitern des DITSL und der Hochschule Nürtingen-Geislingen begleitet.
Transdisziplinäre Forschung zielt darauf ab, Probleme der realen Welt zu lösen und die Nachhaltigkeit sozial-ökologischer Systeme (Mensch-Umwelt-Systeme) zu erhöhen, indem Wissen, das auf unterschiedlichen Epistemologien (z.B. akademisch - praktisch) basiert, integriert wird, um die Nachhaltigkeit sozial-ökologischer Systeme besser zu verstehen und letztendlich zu verbessern (Stokols 2006). Folglich werden Landwirte und andere Akteure der Wertschöpfungskette nicht als passive Empfänger von Wissen betrachtet, sondern als aktive Forscher. Damit verschiebt sich der Ansatz von einem linearen Wissenstransfer hin zu einem auf kollaborativem Lernen basierenden Empowerment und Emanzipation (Kaufmann et al. 2013). Das übergeordnete Ziel dieses Moduls ist es, dass die Studierenden lernen, wie Innovationen zu komplexen Problemen in der Landwirtschaft und in Ernährungssystemen gemeinsam mit gesellschaftlichen Akteuren unter Verwendung eines transdisziplinären Forschungsansatzes entwickelt werden können

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Projekt-Hintergrund
Das Projekt adressiert den Bedarf, Doktoranden auf hohem Niveau und nach internationalen Standards auszubilden, um wissensbasierte Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft und zukünftige Agrarsysteme zu fördern - ein Thema von nationaler, überregionaler und internationaler Relevanz.
Große landwirtschaftliche Flächen prägen die Landschaften und Volkswirtschaften von Russland und Kasachstan. Beide Länder sehen die innovative Entwicklung dieses Sektors als eine Priorität an. EU-Projekte mit russischen und kasachischen Partnern wie SARUD (Sustainable Agriculture and Rural Development) oder SusDev (Green Skills for Sustainable Development) belegen das gestiegene Interesse, sich mit globalen Fragen der nachhaltigen Landwirtschaft zu beschäftigen. Hier sind noch verschiedene Fragen von Forschung, Praxis und Gemeinden zu klären, z.B. in Bezug auf Intensivierung und erhöhten Druck auf landwirtschaftliche Flächen, Umwelt- und Klimaschutz, Biodiversität, Tierschutz etc. Aufgrund unterschiedlicher lokaler und regionaler Gegebenheiten sind einfache und allgemeine Antworten unangebracht. SAGRIS zielt daher darauf ab, die Kapazität und Attraktivität der Hochschulsysteme für Doktoranden im Bereich der Landwirtschaft zu stärken. Damit wird auch auf die Erwartungen reagiert, dass die Hochschulen in Russland und Kasachstan zu Lösungen und Innovationen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Bildung und Praxis beitragen.

 

 
Eurasien beherbergt die größten zusammenhängenden Weideflächen der Welt, die von mobilen Viehhaltern beweidet werden. Das 21. Jahrhundert bringt neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen für das kasachische Weidelandmanagement. Wie die kasachischen Steppen, die angrenzenden Wüsten und Berge bewirtschaftet werden, hat globale Auswirkungen auf die Biodiversität von Pflanzen und Tieren, den Kohlenstoffbestand und auf nationaler Ebene auf das Wohlergehen der Menschen und der Wirtschaft Kasachstans. Das reiche lokale Wissen, das resilienten Produktionsstrategien zugrunde liegt, kann Wege zu einem nachhaltigen Management eröffnen.   Seit der Jahrtausendwende ist Russland zum größten Weizenexporteur der Welt geworden.  Gleichzeitig ist die russische "Kornkammer" in der Altai-Region in Südsibirien durch nicht nachhaltige Landbewirtschaftung und Auswirkungen des Klimawandels von starker Bodenerosion betroffen. Transdisziplinäre Forschung ist dringend erforderlich, um eine Entscheidungsgrundlage für nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken zu schaffen.

 

 

Projektziele
Die Qualifizierung von akademischen Fachkräften erhöht die Fähigkeit für wissensbasierte Lösungen in der nachhaltigen Landwirtschaft und für verbesserte Anbausysteme. Daher sind die Projektziele:

  • die Entwicklung und Etablierung von Postgraduiertenmodulen zur Ausbildung von Doktoranden zu inter- und transdisziplinären Inhalten und Ansätzen, die für die landwirtschaftliche Forschung und Innovation relevant sind;
  • die institutionellen Kapazitäten für die Doktorandenausbildung auf der Grundlage internationaler Standards und Best-Practices zu erhöhen;
  • den internationalen und interregionalen akademischen Austausch und die Forschungskooperation zwischen den Projektpartnern zu stärken;
  •  Aufbau eines Netzwerks zur Doktorandenforschung und -ausbildung im Agrarbereich, das auf den Austausch von Best Practices mit einem breiteren Publikum abzielt.

Partnerschaft
Das Konsortium besteht aus 5 EU-Partnern und 4 russischen und 4 kasachischen landwirtschaftlichen Universitäten zusammen mit beratenden und fachlichen Partnern aus Akkreditierung, Forschung und Privatwirtschaft in Russland und Kasachstan:

       Nuertingen-Geislingen University, Germany
     Warsaw University of Life Sciences, Poland
     Czech University of Life Sciences, Prague
     German Institute for Tropical and Subtropical Agriculture, Witzenhausen
     Estonian University of Life Sciences, Tartu
     Stavropol State Agrarian University, Russian Federation
     Novosibirsk State Agrarian University, Russian Federation
     Buryat State Academy of Agriculture, Russian Federation
     Arctic State Agritechnological University, Russian Federation
     S.Seifullin Kazakh Agro Technical University, Nur-Sultan
     Kazakh National Agrarian University, Almaty
     Zhangir Khan West Kazakhstan Agrarian-Technology University, Oral
     A.Baitursynov Kostanay Regional University, Republic of Kazakhstan
     National Centre for Public Accreditation, Russian Federation
     Russian Academy of Sciences, Russian Federation
     Ministry of Agriculture of the Russian Federation
     Independent Agency for Accreditation and Rating, Republic of Kazakhstan
     National Agrarian Science and Educational Centre, Republic of Kazakhstan
     Ministry of Agriculture of the Republic of Kazakhstan

 

 

Wissenschaftler aus Deutschland, Kasachstan und Russland arbeiten bei der Entwicklung des Moduls eng zusammen und bieten die Möglichkeit eines länderübergreifenden inspirierenden akademischen Austauschs. Mehrere Veranstaltungen werden durchgeführt, um die Kommunikation und den Dialog zwischen Spezialisten, Wissenschaftlern, Doktoranden, Studenten und Praktikern zu organisieren

 

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Die Entwicklung des Moduls fördert einen kollaborativen Lernansatz mit Akteuren vor Ort, der darauf abzielt, relevante Interessengruppen zu befähigen, komplexe reale Probleme von Lebensmittelsystemen zu lösen.